Basisannahmen und theoretischer Hintergrund

Intro

Das Projekt INTENSE konzentriert sich auf junge Menschen, die sich nicht in Ausbildung, Beschäftigung oder einem anderen pädagogischen Projekt befinden (NEET). Wir orientieren uns auf eine klientenzentrierte und ganzheitliche Herangehensweise und passen Methoden auf der Grundlage humanistischer Psychologie in ein strukturiertes Umfeld ein. Es stehen Autonomie, Eigenentwicklung und Eigenverantwortung im Vordergrund. Das Projektkonsortium ist der Ansicht, dass die derzeitig umgesetzte und streng auf Beschäftigung ausgerichtete Ansatz bei der fokussierten Zielgruppe NEETs ineffektiv ist. Dieses Argument wird u.a. von Eurofound gestützt, die 2015 die Wirksamkeit und Effizienz von Jugendgarantiemaßnahmen untersuchte. Diese Veröffentlichung lenkt die Aufmerksamkeit auf die unzureichenden Ergebnisse des beschäftigungsorientierten Ansatzes und die Notwendigkeit eines Überdenkens. Ihr Argument ist:

“Concerning the implementation of the youth guarantee, the member states should refrain from choosing a close and employment-centred concept and decide on a more comprehensive and integral approach which aims at reaching those who are unemployable and more difficult to integrate.”

Der Klient wird in einem kundenzentrierten Ansatz in den Mittelpunkt des Projekts gestellt. Er / sie wird zum Experten seiner/ihrer eigenen Entwicklung in Bezug auf persönlicher Entfaltung, Ausbildung und Arbeit. INTENSE schafft die Voraussetzungen dafür, dass der Klient in diesem Kontext die bestmögliche Richtung einschlägt. Dieses Konzept fußt auf drei Aspekten als wiederkehrende Themen:

  1. Unter Kompensation verstehen wir die Entwicklung eines klientenzentrierten, systematischen und integralen Bildungskonzeptes. Ein ganzheitliches System.
  2. Prävention ist notwendig, um Ausgrenzungen und Folgekosten zu vermeiden.
  3. Durch frühzeitige Einbeziehung der Interessenvertreter wird eine Grundlage für eine umfassende Zusammenarbeit mit einem Schwerpunkt auf formellen und legislativen Strukturen der nationalen Unterstützungssysteme in Europa geschaffen.

Dimensionen

Die Coaches, die auf der Grundlage des INTENSE-Projekts mit NEETs arbeiten, sollten sich der Dimensionen bewusst sein, die das Sein ihre Klienten beschreiben. Wir werden unsere Aufmerksamkeit auf die Kohärenz und Beeinflussung der Existenzdimensionen richten.

Oftmals verlassen NEETs den durch diese Dimensionen beschriebenen Weg. Dies ist die Ursache für eine immer weiter voranschreitende Isolation. In der folgenden Übersicht wird dargestellt, was die Dimensionen bedeuten und der Leser bekommt eine Idee davon, wo man den beschriebenen Weg verlassen kann.

Die PHYSISCHE DIMENSION betrifft alles, was mit Stoffen, der körperlichen Sensorik also der natürlichen und materiellen Welt zu tun hat. Hier sind Sicherheit, Komfort, Genuss, Gesundheit und äußere Schönheit wichtige Werte. Bedrohungen sind Armut, Schmerz, Krankheit, Verschlechterung, Tod. Auf dieser Ebene drückt sich die Selbsterfahrung hauptsächlich darin aus, ob “Dinge tun” oder “haben” kann.

In der SOZIALEN DIMENSION haben die Menschen ein Auge auf den Platz, den jemand in der Gesellschaft hat oder im öffentlichen Leben spielt. Respekt, Anerkennung und Erfolg sind hier wichtige Kategorien, aber auch Verantwortung für andere, Verantwortung, Freundschaft und Zugehörigkeit zu etwas. Die großen Bedrohungen sind: Verurteilung, Ablehnung, Einsamkeit, Schuld und Scham. Auf dieser Ebene spricht man oft von “Muss” und sieht sich hauptsächlich durch die Augen anderer.

In der PSYCHISCHEN DIMENSION geht es um Charaktereigenschaften und psychologische Merkmale. Mit dieser Fokussierung auf das Individuum werden Selbsterkenntnis, Autonomie und Freiheit hochgeschätzt. Ein reiches Innenleben ist hier eine wichtige Quelle der Befriedigung. Drohung: Verwirrung, Zweifel, Unvollkommenheit, Einschränkung der Freiheit, Desintegration. Der Wunsch nach Selbstverwirklichung wird oft in Form von “Wünschen” artikuliert und die Selbstentwicklung wird persönlich interpretiert.

Die SPIRITUELLE EBENE beinhaltet selbst-transzendierende Ideale, ein breiteres System für Bedeutung, Ideen über den Menschen in einem kosmischen Kontext, um ultimative Bedeutungen zu finden. Bedrohungen in dieser Dimension sind: Sinnlosigkeit und Böses. Hier sind sich die Menschen des “Könnens” bewusst und es gibt Dankbarkeit für das, was ist. Auf dieser Ebene dominiert ein Einheitsbewusstsein.

Quelle: Leijssen, Mia (2013): Living from love. A path to existential well-being. Lannoo

Indikatoren

Mit dem vorgestellten Ansatz sollen Verbesserungen in den folgenden 5 Bereichen (Indikatoren) erreicht werden. Diese indicatoren beziehen sich auf ein Essay „Individuelle Arbeitsmarktfähigkeit der Universität Duisburg-Essen (Martin Brussig, Matthias Knuth WSI-Mitteilungen 6/2009: Individuelle Beschäftigungsfähigkeit: Konzept, Operationalisierung und erste Ergebnisse). Die Wissenschaftler identifiziereten diese 5 Indikatoren als Items für Arbeitsmarktfähigkeit.

Qualifikationen

…zu verstehen als Fähigkeit, die jemand besitzt, sodass er/sie einen Job oder eine Aufgabenstellung ausführen kann

Schulabschluss

berufliche Kompetenzen

Berufsabschluss

Berufserfahrung

Sozialkompetenzen

Sozialkompetenzen beschreiben einen Komplex an Fähigkeiten, die wir beim Kommunizieren und sozialen Interagieren nutzen. Sie werden u.a. via verbaler und non-verbaler Kommunikation, Gesten, Körpersprache und Erscheinung deutlich.

Empathie

Motivation

Selbstvertrauen

Selbstregulierung

Personale Kompetenzen

Personale Kompetenzen sind welche, die zum Tragen kommen, wenn Sie mit anderen interagieren, sich selbst ausdrücken und selbst organisieren. Die personalen Kompetenzen haben daher nicht nur im Kontext einer Arbeit einen Einfluss, sondern auch in allen anderen Lebensbezügen.

Offen für neue Erfahrungen

Offen für äußere Einflüsse

Bereitschaft anderen zu helfen

Fähigkeit unangenehme Erfahrungen zu erleben

Leistungsmotivation

Methodische Fähigkeiten

Eine Person, die methodisch vorgeht, beachtet mit Sorgfalt Details, führt Aufgaben präzise aus und folgt genau einem bestimmten Vorgehen

Ordung und Systematik in Gewohnheiten und Verhalten

Fähigkeit, zielgerichtet nach Informationen zu suchen und diese dann in strukturierter Weise zur Wissensaneignung zu verwenden

Soziale Stabilität

die Qualität oder Eigenschaft, fest und beständig zu sein

Optimismus

Akzeptanz

Lösungsorientierung

Verlassen der Opferrolle

übernimm Verantwortung für dein eigenes Leben

ein neues Netzwerk aufbauen

gestalten und planen Sie Ihre eigene Zukunft

Ausgehend von der Annahme, dass der integrale Ansatz dazu führen sollte, dass mehr sozial benachteiligte und „abgekoppelte“ junge Menschen (wieder) integriert werden, halten wir es für unbedingt notwendig, Transition Coaches mit konkreten wissenschaftlich fundierten Methoden auszustatten. Der Kern dieser Methoden besteht aus ganzheitlichen, integralen und humanistischen Ansätzen, die dazu beitragen, die Denkweise ihrer Nutzer zu verändern. Wir sind überzeugt, dass die Ausbildung dieser Methoden mit der Vermittlung einiger wesentlicher Theorien im Einklang mit den vorgegebenen Zielen beginnen muss.

Die folgende Matrix soll als einführende Übersicht dienen. Auf der einen Seite zeigt es, welche Interventionsmethoden welchen Zwecken dienen; Auf der anderen Seite zeigt es die Theorien und wissenschaftlichen Ansätze, auf denen die Methoden basieren. Während des Trainings konzentrieren wir uns auf eine bestimmte Anzahl von Interventionsmethoden, die aus unserer Sicht von großer Bedeutung sind. Darüber hinaus betrachten wir die wissenschaftlichen Bereiche und theoretischen Hintergründe dieser Theorien.

Holismus

 

Der Wortstamm stammt vom griechischen Wort holos ab, was vollständig bedeutet. Innerhalb der vollständigen Vision ist der Mensch eine Einheit von Körper und Geist. Diese Einheit hat physische, mentale, emotionale, soziale und spirituelle Aspekte, die ständig miteinander interagieren. Holismus ist mit Komplexität verbunden. Im Allgemeinen wird angenommen, dass bei einer Komplexität vieler einzelner Komponenten eine Vielzahl von Interaktionsformen vorkommen und diese Komplexität in jedem Fall mit der Gesamtzahl der Komponenten zusammenhängt. Jedes dieser Komponenten ist natürlich durch seine eigenen Bestandteile gekennzeichnet, aber auch (und möglicherweise mehr) durch die Kohärenz oder Anordnung dieser Teile und ihrer Wechselwirkung. Holismus ist auch der Name für den Glauben, dessen Wesen ist, dass alles untrennbar miteinander verbunden ist. Eine ganzheitliche Person sieht sich ständig als Teil des Ganzen und betrachtet das andere (Mensch, Tier, Pflanze oder Objekt) als das andere Ich.

Holismus ist das Gegenteil von Atomismus. Während die Atomgesellschaft von reinen Individuen ausgeht, sieht der Holismus die Gesellschaft aus mehr als der Summe der Individuen.

Gemäß diesem Ansatz ist ein NEET, ein Klient, ein komplexes Individuum mit vielen psychologischen, physischen, spirituellen und sozialen Einflüssen.

Humanistische Psychologie

Die Bewegung war u.a. gegründet auf die Arbeit von Abraham H. Maslow und Carl R. Rogers und konnte verstanden werden als eine Reaktion auf Behaviorismus und Psychoanalyse.

Die humanistische Schule in der Psychologie ist oft philosophischer als psychologisch.

Maslow lehnte die Suche nach Legitimität ab. Die Basis seiner Herangehensweise gründet sich auf Theorien, die auf dem Bewusstsein und dem freien Willen des Menschen beruhen. Menschen können ihre eigenen Entscheidungen treffen. Dies konzentriert sich auf den einzigartigen, gesamten Menschen und nicht auf bestimmte Komponenten. Laut Maslow muss die Psychologie dem Menschen helfen, sich selbst zu entwickeln.

Die Grundwerte der Humanistischen Psychologie sind:

Ein Glaube an den Wert von Menschen und das Engagement für die Entwicklung des menschlichen Potentials.

Ein Verständnis des Lebens als Prozess, Veränderung ist unvermeidlich.

Eine Wertschätzung des Spirituellen und Intuitiven.

Ein Bekenntnis zur ökologischen Integrität.

Eine Anerkennung der tiefgreifenden Probleme unserer Welt und die Verantwortung für eine konstruktive Veränderung.

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Humanistic_psychology

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Basisannahmen und theoretischer Hintergrund